Lush Vanillary Atomizer

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Ein Vanilleduft mit Sillage

Mit einem Vanilleparfüm ist es immer so eine Sache. Entweder synthetische Vanille zum Erbrechen, oder natürlicher Vanilleduft, der einfach zu wenig ist. Dann kam Lush Vanillary im Atomizer zu mir. Ein veganes Parfüm, dass nur so von Jasmin, Vanille und Karamell strotzt. In den ersten Annäherungsversuchen machte es mir dieser Lush Duft nicht leicht; die anderen Lush übrigens auch nicht. Man kennt ja vielleicht den Lush-typischen Geruch, wenn man an einem der Stores vorbei flaniert. Eine Duftwolke, die im Umkreis zahlreicher Meter alles andere Olfaktorische gnadenlos erlegt. So ging es mir auch, als ich drei der Lush-Parfüms gleichzeitig aufsprühte. Der Damenduft Vanillary füllte mit seinen beiden Kollegen Imogen Rose und Breath of God mein komplettes Zuhause und es dauerte ewig, bis wieder ein Maß des Erträglichen erreicht war. Doch da waren sie. All die verführerischen Noten, die einen Vanillefan aus der Bahn werfen und auf Wolke Sieben emporheben. Vanille und noch mehr davon. Besser, als alles andere, was ich im Bereich der Vanilledüfte je errochen haben. Fernab von Mainstreamparfüm und Langeweile. Fernab von flacher Sillage. Dieses Parfüm hat alles, was ich mir wünsche. Sillage, Charakter, Haltbarkeit, Wärme, Schwere, Ecken und Kanten. Doch nun der Reihe nach.

Lush Parfüm Vanillary
Lush Parfüm Vanillary

Wuchtige Eröffnung mit reichlich Vanilllary

Was Intensität und Schwere angeht, kann dieses Lush Parfüm im Atomizer mühelos mit den schweren Patchouli-geschwängerten Düften der 1980er Jahre mithalten. Raumerfüllend. Schwermütig, gewaltig. Jasmin eröffnet und die süßen Noten, die im Auftakt fast schon als penetrant, nicht aber als Süße wahrgenommen werden könne, geben sich im Zusammenspiel als gnadenlos. Keine spritzigen Noten, die als Einstimmung dienen. Der Vanilleduft präsentiert sich gleich von seiner starken Seite und zieht alle Duftkomponenten schon in der Kopfnote als Unterstützung heran.

  • Vanilla Absolute
  • Jasmine Absolute
  • Tonka Absolute

Im Top ist es vor allem der beglückende Jasmin, der die Sinne betört. Anfangs. Später driftet dieser nämlich ab in eine Richtung, die zeitweise an Katzenpipi erinnert. Wer ihn nicht mag, wird mit diesem Vanilleparfüm seine Schwierigkeiten haben. Die Vanille schlägt sofort durch. Aber nicht mit der traditionellen Süße, mit der man uns sonst so die Vanille unter die Nase jubelt. Im Auftakt haut der Alkohol um. Etwas Scharfes in der Vanille übernimmt zusammen mit der Blumendröhnung vom Overdosed Jasmin. Das bitzelt gehörig in der Nase, so, wie wenn man am Zimt riecht und inhaliert versehentlich eine Prise davon. Um an die Entfaltung der großartigen Vanillenote zu gelangen, braucht es Zeit und Geduld, wenngleich bereits beim ersten Ansprühen die Vanille präsent ist. Als veganes Parfüm empfinde ich Vanillary verdammt konkurrenzstark zu meinen anderen Vanillelieblingen wie

  • Joop
  • Jil Sander Sun
  • Vanilla (Bettina Barty)
  • Vanilla Fields (Coty, leider vom Markt).

Die Vanille, mein ganz persönliches Highlight, wenn es um Aromen geht – sie ist für mich Magie. Und auch Jasmin hat es mir angetan, obwohl dieser nur in wenigen Düften in schöner Konzentration eingearbeitet wird.

Es könnte fast die Katze sein

Lush Vanillary im Atomizer ist ein veganes Parfüm. Und doch spielt in der Kopfnote sowie im Auftakt des Herzens ein Kontrast hinein, der für Ecken und Kanten bei all den süßen Wohlaromen sorgt. Wäre dieser Vanilleduft nicht vegan, könnte es glatt die Zibetkatze sein, die für diese markante und kernige Unternote verantwortlich ist. Tatsächlich ist es aber die Liaison aus zuviel strengem Jasmin, Tonka und charakterstarkem Karamell, die hier für den süß-herben Unterton in Vanillary die Federführung übernimmt. Dieser Akkord ist fast schon vergleichbar mit gebrannten Mandeln, die einen Tick zulange karamellisiert und dadurch mit etwas zu viel Röstaromen versehen wurde. Doch gerade das gibt dem ganzen Duftbild eine interessante Note, weil zuviel Harmonie nicht jedermanns und erst recht nicht meine Sache ist. Bevorzugt man keine starken intensiven Düfte, hat man es mit Vanillary definitiv nicht leicht. Doch das gilt ohnehin für alle schweren Düfte, die man nicht nur tragen sondern manchmal auch ertragen können muss.

Die verführerischste Seite der Vanille

Zwischen all den duftgewaltigen Noten schwirren sie jedoch umher. Die feinen, zarten, betörenden schönen Noten, die ein Parfüm zum Highlight machen. Gerade der Kontrast zwischen großem Stinker (wie ich sie liebevoll nenne) und filigraner Ausgewogenheit verleihen einem Parfüm wie diesem Vanilleduft ihren ganz besonderen Charakter. Einfach ist eben einfach. Aber meist auch langweilig. Das im Atomizer abgefüllte Vanillary von Lush ist fernab von Langeweile und Einheitsbrei. So oder so ist dieses Vanilleparfüm ein ganz phantastischer Begleiter, der für eine spannende Zusammenkunft sorgt. Von der Kopfnote über das Duftherz bis zum Fond ist hier alles, nur nicht Mainstream. Je weiter sich dieser Lush Duft entwickelt, umso sanfter, wärmer und kuscheliger wird er. Die großartige Vanille breitet ihre beschützenden Flügel aus und hüllt seine Trägerin in die starken Arme ein und betört mit der allerschönsten Seite, die ein Vanilleduft zu bieten haben kann. Immer begleitet von einem ebenfalls zarter werdenden Jasmin und dem Karamell bilde ich mir ein, Kokos zu erriechen. Ganz weit im Hintergrund.

Lush Tüte als Verpackung
Lush Tüte als Verpackung

Das Lush Konzept

Vanillary ist ein veganes Parfüm. Dass ein Parfüm vegan ist, kommt nicht häufig vor. Bisher war ich noch kein Lush-Fan und habe ich mich dieser Marke noch gar nicht auseinandergesetzt. Auch lebe ich nicht vegan, so dass ich irgendwann unweigerlich auf diese Düfte gestoßen wäre. Für mich war es eins der größten olfaktorischen Dufterlebnisse überhaupt, Vanillary, Imogen Rose und Breath of God kennenzulernen, aber erst recht, als ich feststellte, dass diese Düfte vegan sind. Meine Parfümsammlung kommt aus edlen Maisons und Parfümerien. Glamour, Gold, Glitzer und all sowas gehört dazu. Prunkvolle Verpackungen, feine Tütchen usw. Bei Lush ist das anders. Maispops, eine quietschgelbe Papiertüte, ein brauner Karton. So kommen all die Sachen zu einem gereist und so wurden sie in meinem Geschenk auch belassen. Noch dazu ist alles handgemacht, die Qualität stimmt und endlich habe auch ich verstanden, dass Lush mehr ist, als kunterbunt. Das Unternehmen hat eine Philosophie. Tiere sollen nicht leiden. Kosmetik und Parfüm soll nachhaltig sein. Müll soll vermieden werden. Die gelbe Papiertüte, in der wohl alle Lush Produkte verpackt werden, können über den Kompost entsorgt werden. Das gefällt mir. Genauso, wie dieser Vanilleduft, der endlich mir die Gelegenheit bietet, soviel Vanille zu tanken, wie ich es immer schon wollte.

Erhältlich ist Vanillary in den Stores oder im Onlineshop www.lush.com:

  • Atomiser 10 ml 23,50 Euro
  • Atomiser 30 ml 49,95 Euro
  • Fragrances Stick 13,50 Euro
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2 thoughts on “Lush Vanillary Atomizer

  1. Super schöne Website. Da steckt viel Liebe drin. Der Duft ist prima. Habe ihn mir gestern angeschaut und gleich einen Sportankauf gemacht. Wird ein Geschenk. LG, Mandila

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