Shalimar von Guerlain

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Guerlain´s großartiges Shalimar

Ein ganz großer, betagter und dennoch allzeit glänzender Stern im Parfümkosmos ist Shalimar. Ein romantischer Duft, über den wir einfach sprechen müssen. Ein Eau de Parfum, das eine ausführliche Duftbeschreibung verdient hat. Das Parfüm aus dem Hause Guerlain wurde von Namensgeber Jacques Guerlain selbst komponiert. Und das im Jahre 1925. Das Parfümhaus ist eines der ältesten weltweit und wurde von unter Familienhand geführt von 1828 bis 1994.

Diese exquisite Essenz, ein durch und durch sinnliches Parfüm, aus vielen wohl abgestimmten Aromen betört seit nunmehr fast 90 Jahren die Welt. Die Inspiration, um diesen ewigen Duftklassiker zu komponieren, holte sich der Parfümeur von den Shalimar-Gärten in Lahore, Pakistan, die seit 1981 zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt wurden.

Aus dem Persischen übersetzt steht der Name des Parfüms für

Die reinste aller menschlichen Freuden

Dabei wandelt der Duft immer auch auf dem Grat des Sündigen. Groß, mondän, verrucht, verheißungsvoll, verdorben, tief, hoch, reif, unsittlich, unschuldig,  – kaum Attribute und Gegensätze, die er nicht zu erfüllen vermag. Man muss Eau de Parfum Shalimar huldigen, ausloben und ehren.

Douglas

Duftproben von Shalimar
Duftproben von Shalimar

Shalimar´s Duftnoten

Liest man die Beschreibung der Duftpyramide von Shalimar, lässt sich dahinter schon die Größe des Parfüms aus der Hand von Jacques Guerlain erahnen. Zweifelsfrei einer der schweren Düfte. Anders als in vielen modernen Düften enthält dieses sinnliche Parfüm deutlich mehr offengelegte Ingredentien, die letztlich auch in vielen Duftklassikern dafür verantwortlich sind, dass sich viele der Riechstoffe kaum mehr isoliert heraus erduften lassen.

Als romantischer Duft mag es erstaunlich klingen, dass ausgerechnet dieses Eau de Parfum zitrisch und mit wenig typisch romantischen Noten startet. Seinen Auftakt findet Shalimar in

  • Bergamotte
  • Zeder
  • Mandarine
  • Zitrone

und anderen Zitrusfrüchten. Zunächst nicht wirklich angenehm. Fast schon widerlich. Bevor, ja, bevor die erlauchte Essenz die Wuchtbrumme des Auftakts ablegt und erstmals schöne Seiten zu zeigen bereit ist. Dann wendet sich die Richtung von etwas Undefinierbarem in eine Melodie bestehend aus schönen Noten. In Anlehnung an die Orientalik und ihre Romantik dürften wohl zarte Orangenblüten oder einige Schnitzer reinsten Orangenabriebs schon in der Spitze des Duftdreiecks geheim verborgen mit eingeflossen sein. Sie lassen sich erahnen, wenn das Herz sich erstmals zur allmählichen Entfaltung öffnet. Doch die Kopfnote betört zunächst mit dem Köstlichen der Mandarine und Citronella.

Einer ausgewogenen, aromatischen, aber nicht unangenehm sauren Säure. Sobald die erste Spritzigkeit der Kopfnote sich mitsamt der Mandarine verflüchtigt hat, entfaltet sich Citral, das die Sinne belebt und den Körper vitalisiert. Das Aroma des Citrals ist sehr präsent und durchströmt Körper und Geist, um auf ein opulentes Herz im Eau de Parfum vorzubereiten. Die Sinne werden geweckt –  regelrecht erweckt, die Laune gesteigert. Lange, sehr lange und intensiv kann man diese Phase genießen und sich an der sich langsam anbahnenden Sinnlichkeit erfreuen. So, genau so muss ein ganz großer Duft seinen Beginn nehmen.

Orientalische Einflüsse in Shalimar
Orientalische Einflüsse in Shalimar

Herznote von Shalimar

Der Duftklassiker Shalimar lässt seine zitrisch-betörende Kopfnote nur langsam von dannen ziehen. Ein abrupter Übergang wäre hier auch in Gänze fehl, denn als romantischer Duft lebt das Eau de Parfum Shalimar von seiner Gemächlichkeit. Die zitrischen Kopfnoten schwingen mit, wenn sich zunächst sanftweiße Noten von Iris und Jasmin hinzugesellen. Doch nicht ein reines Weiß, sondern sanfte, lilafarbene Aspekte schwingen mit. Nun schleicht sich der indische Patchouli in seiner allerfeinsten Form hinzu und bringt gleichermaßen die romantischen und orientalischen Akkorde zur fulminanten Entfaltung.

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Nicht die Rose ist es, die überwiegend die romantischen Akkorde anklingen lässt, sondern es ist in der Tat der Patchouli, den selbst jene Nasen mögen, die sonst dem Patchouli abschwören. Erriecht man Shalimar, erkennt man darin die Grundlage nahezu aller großen Parfüms der 1980er Jahre. Doch während diese oft eine Überdosis an Patchouli beinhalten und dann mit der unliebsamen Variante der Patchouli-Keule zum Rundumschlag ausholen, betört indes Shalimar mit Sanftmut, Sinnlichkeit und Romantik. Ja, so schön kann auch Patchouli sein. Ein Segen, so scheint es fast, dass die Rose sich hier in vornehmer Zurückhaltung nur mässig entfaltet. Oftmals ist es nämlich eben diese, die romantische Aromen bis hin zur Aufdringlichkeit erwachsen lässt. Jacques Guerlain hat das Eau de Parfum auf den Punkt komponiert und die Grenze des Guten nie überschritten. Vetiver hilft ihm dabei, es mit der Romantik nicht zu übertreiben. So sorgt der Vetiver im Herzen für einen wohlmeinenden Ausgleich und interessante Untertöne, die nicht langweilig werden.

Einige Düfte aus dem Hause Guerlain
Einige Düfte aus dem Hause Guerlain

Der Weg zur Basisnote von Shalimar

Manchmal ertappt man sich beim Erschnuppern Shalimar´s dabei, ihn doch unangenehm zu finden. Doch noch bevor man sich bewusst bei diesem Gedanken erwischt, ist er auch schon wieder vergangen, um immer wieder neu aufzukeimen. Zibet, das grausam riechende Analdrüsensekret der Zibetkatze lässt sich als Schuldiger ausmachen. Dieser glimmt bereits im Herzverlauf auf, nimmt im Fond seine Fahrt auf.

Der Gedanke, am Anus einer Katze zu schnuppern, ist wahrlich kein schöner. Und doch kann dieses Katzensekret und Menschen so unglaublich betören, wenn es ausgewogen dosiert ist. Ohne, dass viele Parfümbegeisterte es wissen, ist das Zibet sehr häufig in orientalisch anmutenden Düften vorhanden und so verwundert es auch in diesem Duftklassiker keinesfalls. Als sinnliches Parfüm bewegt sich Guerlain´s Shalimar immer an der Grenze zwischen anmutend und abstoßend. Dennoch obsiegt das Betörende und somit hat sich dieser romantische Duft zu Recht sein Image als einer der Größten bewahrt. Es ist mit ihm eben, wie mit der Leidenschaft der Liebe, die so süß aber auch so bitter sein kann.

Shalimar von Guerlain
Shalimar von Guerlain

Die Basisnote dieses Duftklassikers von Guerlain

Jacques Guerlain hat ein sinnliches Parfüm erschaffen, das die Welt der schönen Düfte prägt wie kaum ein anderes. Shalimar vereint nahezu jegliche menschlichen Emotionen in einem Duft. Vielseitig, vielschichtig und wandelbar, so könnte man die intensiven und langen Phasen des Duftes seitenweise niederschreiben. Dieser romantische Duft kann in zu jedem Moment und zu jeder Emotion der absolut perfekte Duft sein.

Geprägt von erhabener Eleganz umhüllt Shalimar seine Trägerin und zeigt sich gewillt, sich wie eine Haut anzulegen und anzupassen. Diese virtuose Variablität ist die hohe Kunst des Parfümeurs, eine Duftessenz zu erschaffen, die aus vielen, vielen Zutaten komponiert wird. Die vielen, absolut fein abgestimmten Nuancen vielerlei Duftgeber, ein bisschen hiervon, ein bisschen davon, ein Tröpfchen dieses, ein Spritzerchen jenes, das ist es, was die Großartigkeit ausmacht.

Es wundert also nicht, dass in der Basis nicht nur einige wenige Riechstoff offenbart werden. Leder, Moschus, Sandelholz, Opoponax, Weihrauch, Vanille und sogar der furchtbare Zibet formen die Töne zu einer verzaubernden Melodie. Auch hier ist jede Essenz auf das Sorgfältigste ausgewogen, kein Tröpfchen zu üppig oder zu wenig dosiert. Die Weihrauchnote ist intensiv und wird zum lustvollen Dufterlebnis, vorausgesetzt, man liebt den Weihrauch.

Douglas

Flakon von Probe abfotografiert
Flakon von Probe abfotografiert

Wer trägt Shalimar?

Der Flakon (leider haben wir keins der Exemplare zum Fotografieren zur Verfügung), erinnert an einen Pokal, also findet seinen Ursprung in einem antiken Trinkgefäß. Die goldene Shalimar Essenz erfüllt den Flakon mit Royalität, dessen Krone das blau, fächerförmige Topping bildet.

Mit gleicher erhabener Aura setzt Guerlain mit Shalimar auf Intensität, Sillage und Haltbarkeit. Ein starker, aber keinesfalls aufdringlicher, gar erschlagender Duft wie dieser Guerlain ist tendenziell eher etwas für Frauen, die bereits eine Weile im Erwachsenenleben stehen. Es wäre jedoch vermessen, junge Frauen von Shalimar abzuraten, denn einem solch großartigen und sinnlichen Parfüm sollte man eine junge attraktive Frau nicht verwehren, um sich auf seine schönste Weise zu enthüllen.

Eben, weil Shalimar aus einer Vielzahl an Duftnuancen komponiert wurde, fügt er sich mit jeder Trägerin harmonisch zu einer Liason zusammen. Es bleibt also eine Frage des eigenen Mutes, ob man sich mit solch einem präsenten Parfüm die Sinne zu verführen wagt. Keinesfalls sollte auch nur eine einzige Frau es versäumen, diesen wundervollen Duftklassiker nicht wenigstens am eigenen Körper getragen und versucht zu haben. Wer einen nicht weniger schön, aber etwas weniger opulenten Duft bevorzugt, sollte Shalimar Parfum Initial probieren.

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One thought on “Shalimar von Guerlain

  1. Ein paar klugscheißerische Anmerkungen 😉 Es heißt DAS Zibet, nicht DER. Der Stoff wird heute nur noch synthetisch hergestellt. Zibet stammt nicht aus dem Katzenanus, sondern aus Duftdrüsen, die die Tiere halt am Hinterteil haben – riecht also nicht nach Anus. Der Geruch (ledrig, moschusartig) ist allerdings wirklich Geschmackssache.

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