Womanity Eau Pour Elles by Thierry Mugler

facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Thierry Mugler Womanity Eau Pour Elles

Mit dem außergewöhnlichen Womanity Parfüm aus dem Jahre 2010 hat das Haus Thierry Mugler einen äußerst polarisierenden Frauenduft komponiert, gefolgt von Womanty Eau Pour Elles. Offensichtlich hat man die kontrovers geführten Diskussionen aufmerksam verfolgt und so ist um dieses daraus entwickelte Wissen ein neues Womanity entstanden: Womanity Eau Pour Elles. Das zweite Womanity Parfüm von Thierry Mugler ist deutlich geschmeidiger, ohne dabei den extrovertierten und interessanten Charakter seines Vorgängers zu verlieren. Eine überaus gelungene Neuinterpretation des 2010ers. Düfte von Mugler sind ohnehin niemals gefällig, doch besonders jene Duftlinie, die auf der außergewöhnlichen Basis von Feige in Liaison mit Kaviar setzt, scheint eine Sache für sich zu sein. Der Flakon, eine Augenweide, eben ein Mugler, der nicht besprochen, sondern bewundert werden will und muss. Die Ketten, die Topping und Flakon über einen Ring verbinden, binden. Sie binden, wie beim Liebesspiel die Handschellen, die Zofe an die Herrin. Aber wie im fesselnden Liebesspiel beruht diese Einvernahme auf beidseitiges Einverständnis und dem Willen, sich einer wohligen Lust hinzugeben.

Thierry Mugler Womanity Eau Pour Elles 50 ml
Thierry Mugler Womanity Eau Pour Elles 50 ml
Womanity & Womanity Eau Pour Elles
Womanity & Womanity Eau Pour Elles

Womanity in neuem alten, aber anderen Gewand

Zwei neue Parfümeure für Womanity Eau Pour Elles

Erstaunlich ist zunächst, dass Womanity Eau Pour Elles zwar aus dem Hause Thierry Mugler, nicht jedoch von demselben Parfümeur erschaffen ist, wie die Duftkomposition aus dem Jahre 2010. Als neues Womanity im Jahr 2012 erschienen, stehen hinter der Eau Pour Elles Variante anstelle von Fabrice Pellegrin nun sogar zwei Nasen. Christine Nagel und Serge Majoullier sind die Kompositeure, die nun zumindest diesen Duft Mugler´s mit sanfteren und melodisch klingenderen Akkorden bespielten. Christine Nagel, mitverantwortlich auch für Si Lolita aus 2009, die Kompositeurin von With Love (Guerlain) und auch von Versace Woman, ist also kein neuer Name. Man kennt sie auch von diversen Lagerfeld-Düften, Lancome Parfüms sowie dem Eau de Parfum John Galliano aus 2008 und vielen anderen Parfums. Serge Majoullier dagegen ist ein Newcomer, der unter dem Label Giorgio Armani in 2011 mit La Femme Bleue bereits sein Können als Gourmand unter Beweis stellte.

Atemberaubender Gourmandduft

Gourmand ist das Stichwort, denn gerade die Gourmands prägen die Mugler Düfte, wie kaum bei anderem Label sonst. Im Jahr 2010 begab sich die Duftschmiede Mugler auf recht dünnes Eis und ließ so manchen Duftliebhaber darauf zum Einbrechen bringen. Für andere wiederum was das damals neue Womanity ein Hochgenuss. Ein gourmandischer Leckerbissen für Hartgesottene. Auch wir waren zwiegespalten, dieses neue Duftelixier einzuschätzen – aber auch zu schätzen. Mugler präsentierte eine nahezu transparente Flüssigkeit mit einem Hauch von Rosa, die schon mit dem ersten Spritzerchen den Atem rauben kann. Eine wahrlich gewagte Komposition, die nur eins zu kennen scheint: Sillage, Sillage und nochmals Sillage. Zum zweiten Mal begegnete uns ein Duft, der mit seiner Konzentration den Geruchs- und Geschmackssinn über Stunden hinweg lahm legen kann. Doch diese überdimensionale Mächtigkeit, die zur Polarisierung der ersten Variante geführt hat, muss man in Womanity Eau Pour Elles nicht fürchten. Schauen wir uns die beiden Mugler Düfte doch näher an.

Thierry Mugler Womanity Eau Pour Elles Flakon
Thierry Mugler Womanity Eau Pour Elles Flakon

Womanity und Womanity Eau Pour Elles im Vergleich

Obwohl diese beiden Düfte von Thierry Mugler auf den ersten Blick sehr ähnlich erscheinen, täuscht diese Annahme. Bereits die Duftgeber, die bekannt sind, unterscheiden sich deutlich. Das für viele übermächtige Womanity aus 2010 ist klassisch in Kopfnote, Herznote und Basisnote unterteilt. Im Herzen trumpfen Zitrusfrüchte und grüne Noten in den lautesten Tönen auf und attackieren die Nase ungeübter Duftliebhaber. Im Herzen fügen sich animalische Noten, fruchtig-reife Feige, Kaviar und Meerwasser hinzu, um dann erst viele, viele Stunden später in

  • Opoponax
  • Strohblume
  • Vetiver

und Zeder minimal gemächlicher zu werden. Das neue Womanity Parfüm hingegen wird lediglich mit drei duftenden Zutaten deklariert:

  • Erdbeere
  • Kaviar
  • Feige.

Zudem ist es kein Eau de Parfum, sondern ein Eau de Toilette. Doch die beginnen im Hause Mugler bekanntlich ja erst dort, wo bei anderen Dufthäusern die Konzentration der Duftöle für ein EdP beginnt. Und so eröffnet auch Eau Pour Elles recht intensiv, zeigt sich jedoch schon in der fruchtigen Eröffnungsphase deutlich sanfter und gefügsamer, als Wumme-Womanity. Wenngleich auch das Eau de Parfum fruchtig, mit Säure und auch mit salzigen Noten seinen Anfang nimmt und diese Akzente auch im neuen Eau de Toilette ebenfalls deutlich hervortreten, besänftigt die liebliche Erdbeere das wilde Tier und nimmt dabei auch einen Zweig Gehölz, vielleicht Tanne mit, um die Kopfnote schnell hinweg zu wischen.

Versteckte Lieblichkeiten im 2010er

In der 2010 Variante dröhnt dagegen eine erdige, moosige und leicht modrige Note, die es vielen Trägerinnen schwer macht, das konzentrierte Womanity zu (er)tragen. Doch eben dies ist in der EDP Version andererseits auch für seine Liebhaberinnen der ganz besondere Reiz. Denn so vielfältig, verschieden, individuell und kontrastreich die Frauen sind, so sind es auch diese beiden Mugler Düfte. Kontraste, die man sicher nicht derart in Verbindung bringen würde treffen in dem wuchtigen Eau de Parfum aufeinander. Grüne Noten in ungeahntem Ausmaß. Säure in geballter Intensität, die jedoch von den grünen Noten verdrängt wird. Süße, durch die ausgereifte Feige, gepaart mit der extremen Salzigkeit von Kaviar und Meersalz. Diesen hochkomprimierten Mix muss man aushalten. Doch überall zwischen diesen Kontrasten wirbeln liebliche Noten umher, die man dann erkennen und lieben kann, wenn man sich der Macht Womanity´s hinzugeben bereit ist und das Riechzentrum vom Gehirn grünes Signal bekommt. Dann nimmt man sie wahr, all die Lieblichkeiten, die hinter der imposanten Fassade stecken. Diesen Mugler muss und kann man vielleicht auch gar nicht auf den ersten, zweiten oder dritten Riecher mögen, gar lieben. Doch wie wir schon beschrieben haben, wird oftmals aus Hass erst Hassliebe, dann Liebe pur und man wird gar nicht mehr satt, sich in diesem hoheitlichen Erguss zu baden.

Der sanfte Extreme

Ganz sanft dagegen erscheint Womanity Eau Pour Elles von Thierry Mugler. Hier ist der hoheitliche Tiger gebannt und dennoch schön zugleich. Alle Noten der großen Schwester sind vorhanden, auch wenn sie auf der Zutatenliste nicht zu finden sind. Nach der recht würzig-spritzigen Kopfnote erscheint die Erdbeere. Saftig, frisch, nicht chemisch nachgebaut. Das Wasser läuft im Munde zusammen während sich Feige in den Reigen hinzugesellt. Im Hintergrund auch die Säure gut präsent und verhindert das Überladen der Süße. Womanity Eau Pour Elles ist harmonischer komponiert, die extrem lauten Töne sind gedämpfter, das Parfüm gibt sich runder. Die viel leichter Salznote ist nicht mehr so vordringlich und frech, sondern verhält sich akkurat mit der beerig-zitrischen Note im Takt. Die Mara-Walderdbeere beinhaltet wundervolle Aromen einer köstlichen Mara des Bois Erdbeere, wie sie feiner nicht sein kann. Sie reift im Halbschatten und in der Vollsonne, so dass sie einen ausgeprägten Geschmack und eine schöne Süße besitzt. Mit eben dieser verzaubert das Eau de Toilette. Die Feige, die in Womanity Parfüm mit einer opulenten Süße im Reigen mit den Salznoten tanzt, hält sich im Mara-Duft-Gemisch in weißer Form deutlich zurück.

Thierry Mugler Womanity Eau Pour Elles Foto
Thierry Mugler Womanity Eau Pour Elles Foto
Ressourenschonende Philosophie bei Thierry Mugler
Ressourenschonende Philosophie bei Thierry Mugler

Basisnote der beiden Thierry Mugler Düfte

Es mag einen Kenner der Thierry Mugler Düfte keinesfalls verwundern, dass auch das Eau de Toilette Womanity Eau Pour Elles in seiner Haltbarkeit der großen Schwester Womanity in nichts nachsteht. Und so sind beide Düfte lange wahrnehmbar, wenigstens bis zum nächsten Tag. Auch Waschen, Duschen, Baden, neutralisiert die beiden Damendüfte nicht, wobei natürlich das leichtere Eau de Toilette von Thierry Mugler in der Basisnote in deutlichen Abstand zur großen Schwester gerät. Für jene Frauen, die das erste Womanity Parfüm prinzipiell interessant, jedoch viel zu stark finden, ist das neue Womanity sicherlich die Perfektionierung des Damenduftes. Für jene Frauen, die in Womanity den perfektionierten besonderen Duft gefunden haben, ist Mugler´s Eau Pour Elles eine neue, schöne und alltagstaugliche Komposition, die durchaus auch durch die Mara-Walderdbeere neue schöne Farben annimmt. Als neues Womanity zeigt das Eau de Toilette nicht als verwässerte Variante, sondern verzaubert mit neuen Noten und Farben. Darum dürfen und sollten es sogar beide Düfte sein, die eine Parfümsammlung ergänzen und aufwerten. Möchte eine Frau doch erst die Welt der Düfte von Thierry Mugler für sich erobern, ist das neue Womanity Eau Pour Elles ein sehr guter Einstieg, der dann in die Sucht der Mugler Düfte führt. Geben Sie sich hin, wir tun es auch – mit ganzem Herzen.

Die phantastische Thierry Mugler Duftwelt
Die phantastische Thierry Mugler Duftwelt
facebooktwittergoogle_plusredditpinterestlinkedinmail

Add Comment