Mugler Magie: Süß, salzig, Mugler

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Süß-salzige Duftbombe von Thierry Mugler

Es ist so eine Sache mit Womanity von Thierry Mugler, beinahe schon eine Herausforderung, sich diesem Duft mit einer niedergeschriebenen Duftbeschreibung anzunähern. Auch ist es keinesfalls für jeden leicht, sich diesem Duft mit dem olfaktorischen Sinn zu nähern. Leichter fällt es, diesen Absatz in der Ich-Form zu schreiben. Denn in rund einem Vierteljahrhundert als Parfumo ist mir lediglich ein Parfüm unterkommen, der schier unerträglich von der ersten bis zur letzten Minute seiner Haltbarkeit Migräne, Übelkeit und sogar Erbrechen verursachen konnte. Diese Begegnung lag im Jahre 2010 gut und gerne 15 Jahre zurück und gehörte längst schon der Vergessenheit an. Es gab also keinen Anlass, sich dem neu lancierten Mugler mit aller gebotenen Vorsicht zu nähern.

Womanity Flakon aus Glas und Metall
Womanity Flakon aus Glas und Metall

Die Warnung des Chemielehrers

Die erste Begegnung mit Womanity von Thierry Mugler stand unmittelbar bevor und noch ahnungslos ließ ich mich auf das damals brandneue Parfüm ein. Auch die Warnungen des Chemielehrers aus der Schulzeit („Niemals direkt mit der Nase an etwas riechen – sondern vorsichtig mit der Hand zuwedeln!“) war längst schon vergessen. Und so sprühte ich eine kräftige Portion des Duftes auf meinen Handrücken, um dann meine erste Duftbeschreibung zu diesem Damenparfüm zu verfassen. Dies war ein Fehler. Binnen Bruchteilen von Sekunden lähmte eine Explosion an umherwirbelnden Duftmolekülen zuerst meine Nase, dann mein Denkvermögen, um sich dann in großer Übelkeit und einem akuten Anfall von Atemnot breit zu machen.

Verstörter Postbote

Just in diesem Augenblick klingelte der Paketbote. Der Weg zur Tür fiel mir schwer und viel lieber hätte ich die Flucht ins Bad ergriffen, um mir dieses Teufelszeug vom Handrücken zu schrubben, als irgendetwas anderes zu tun. Doch nun musste ich an die Tür und selbst mein Paketbote, der sonst immer das getragene Parfüm gerne erduftet, trat zwei Schritte zurück, als ihn beim Öffnen der Tür die Duftwolke beinahe erschlug. Die Paketübergabe fand deutlich schneller und spürbar kürzer aus als sonst und nun konnte ich ins Bad flüchten, um mich dieser atemberaubenden Wolke zu entledigen. Womanity von Thierry Mugler wird niemals ein Duft sein, der mir gefällt und auf die geplante Duftbeschreibung werde ich zuliebe des Herstellers verzichten – so war mein nach diesem ersten Eindruck der neue Plan.

Eau de Parfum mit übermächtiger Sillage
Eau de Parfum mit übermächtiger Sillage

Neutralisieren – geht nicht

Während ich innerlich bereits das Parfüm abgeschrieben hatte, machte ich mich zum Abwaschen und Neutralisieren ins Badezimmer. Jeder Versuch, dieses fromme Ziel zu erreichen, war vergebens. Alle sonst angewandten Tricks blieben erfolglos. Weder das Abschrubben, noch das Einölen oder Neutralisieren mit Essig oder Kaffee wollten für Erlösung sorgen. Es schien als habe sich dieses Teufelszeug nicht nur in die Haut, sondern auch in die Umgebung eingebrannt. Die Duftwolke des Womanity von Thierry Mugler wollte sich einfach nicht auflösen. Obgleich dieses teuflische Experiment am frühen Morgen stattfand, umgab mich den restlichen Tag und die darauffolgende Nacht dieser hartnäckige und niemals enden wollende Geruch, der völlig undefinierbar war.

Parfüm von Thierry Mugler - immer extravante Haltbarkeit
Parfüm von Thierry Mugler – immer extravante Haltbarkeit

Der Morgen danach

Sogar am Morgen des Folgetages war sie da. Die beinahe schon gewalttätige Duftwolke, die mich selbst dann noch umgab, als ich die Augen am neuen Tag öffnete – Gott sei Dank! Gott sei Dank? Ja, Sie haben richtig gelesen: Gott sei Dank! Denn irgendwo dazwischen, nicht bewusst wahrnehmbar, aber dennoch da, war etwas, das mir magnetisch und magisch erschien. Womöglich war es der Unglaube, dass jemals ein so bekannter Designer seinen erlauchten Namen für etwas hergeben würde, was so penetrant stank. In den nächsten Tagen stand der gläserne Flakon nun auf meinem Schreibtisch und zog immer wieder meine ungläubigen Blicke auf sich. Auch, wenn ich mir vorgenommen hatte, dieses „Gebräu“ nie wieder anzufassen, blieb meine Neugier ungebrochen. Ich wollte herausfinden, was es mit diesem Parfüm auf sich hat.

Vorsichtige Annäherung an Womanity im Freien
Vorsichtige Annäherung an Womanity im Freien

Die erste Begegnung mit Salz und Kaviar

Wieder ein paar Tage später obsiegte meine Wissbegier über die erste Erfahrung mit Womanity von Thierry Mugler und ich wagte eine erneute Schnupperprobe um dennoch eine Duftbeschreibung verfassen zu können. Mit dem Flakon, ein paar Duftkärtchen und allergrößter Vorsicht sowie dem Vorhaben, den Tipp des Chemielehrers strickt zu befolgen, zog es mich auf den Balkon, um notfalls äußerst unkonventionell sofort für Erleichterung und Wiederherstellung der Atemluft sorgen zu können, indem ich das Duftkärtchen über das Balkongeländer in die Tiefe fallen lassen würde. Was dann jedoch passierte, schien kaum möglich. Liebe, ja, Liebe zum Duft umgab mich. Schon der erste Spritzer, der auf das Duftkärtchen auftraf, erfüllte mein Parfumo-Herz mit tiefer Liebe. Die abermals ausgelöste Atemnot wurde zur Nebensache. Meine Nase stellte sich in den Wind und versuchte, jedes einzelne Duftmolekül gierig in sich aufzusaugen. Süße, Fruchtigkeit, erdige Nuancen, zitrische Noten, Moos, der ausgeprägte Salzakkord – alles davon wirbelt um mich herum. Womanity wird riechbar. Mehr, mehr, ich wollte mehr davon. Noch ein Sprüher, noch mehr. Ich schnupperte mit der Nase. Wie ein Hund, der Beute wittert. Weg mit den Duftkärtchen. Dieses Parfüm muss auf meine Haut. Diese phantastische Duftwolke darf sich nie wieder auflösen.

Womanity EAU POUR ELLES, Womanity & Aura by SWAROVSKI
Womanity EAU POUR ELLES, Womanity & Aura by SWAROVSKI

Duftbeschreibung der anderen Art

Gewiss ist dies keine klassische Beschreibung eines Parfüms und im ersten Moment kommt Womanity von Thierry Mugler nicht allzu gut weg. Doch nun liegt die erste und auch die zweite Begegnung mit diesem Damenduft mehr als 1,5 Jahre zurück. Viel Zeit ist vergangen, die Liebe auf den zweiten Blick ist bei mir gewachsen und daraus wiederum die Liebe zu all den extrovertierten sowie extravaganten Muglers erwachsen. Oft habe ich mich mit den Rezensionen anderer Blogger zu den Mugler-Düften beschäftigt und auch mit der Magie, die diese versprühen. Für viele Parfumos ist diese Mugler Magie Erfüllung und Perfektion zugleich, während andere Parfumos den Muglers außer Entsetzen absolut nichts abgewinnen können. Auch im Hause Clarins ist viel passiert. Nach dem ersten Womanity gibt es jetzt auch Womanity EAU POUR ELLES und Aura by SWAROVSKI. EAU POUR ELLES stelle ich Ihnen in Kürze vor, Aura ist die sanfte, gezügelte und leichte Variante von Womanity. Ich habe Sie im Artikel als kleine Schwester Womanitys bezeichnet. Haben Sie Mut und lassen Sie sich von der Mugler Duftwolke umgeben. Überstehen Sie die ersten Begegnungen und lassen Sie sich trotzdem wieder auf eine neue Begegnung ein – dann werden auch Sie bald von der Mugler Magie ergriffen sein. Mitnichten sind meine Eindrücke und die Entwicklung dieser tiefen Liebesbeziehung zu jenen Düften ein Einzelfall. Vielen, sehr vielen Parfumos geht es mit den Parfümen dieses Labels ähnlich. Lesen Sie nun auch die weniger leidenschaftliche, versucht sachliche Duftbeschreibung zu Womanity von Thierry Mugler.

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