Hüllen Sie sich in pure Wärme: Balsamische Düfte sind die tiefgründigen Verführer der Parfümwelt! Mit ihren harzigen, weichen und geheimnisvollen Noten legen sie sich wie ein edler Kaschmirschal auf Ihre Haut. Tauchen Sie ein in unsere Duftbeschreibungen und entdecken Sie, welches balsamische Parfum Ihr Herz im Sturm erobern wird.
Parfüm balsamisch – wir stellen es vor!
Hören oder lesen Sie etwas über süße oder würzige Düfte, haben Sie natürlich eine relativ konkrete Vorstellung darüber, wonach und wie ein solcher Duft riechen könnte. Ist jedoch ein Parfüm balsamisch, wissen die meisten Menschen nicht, wie ein balsamischer Herrenduft oder Damenduft riechen könnte. Deshalb möchten wir die Gelegenheit nutzen, Ihnen hier diese tolle Eigenschaft vorzustellen und zu erklären, was das Besondere daran ist.

Balsamische Düfte – das Geheimnis dahinter
Ein gutes Parfum ist Balsam auf der Seele! Es wird als wohltuend, entspannend, umhüllend und sanft wahrgenommen. Dies kann natürlich auch ein fruchtiges, süßes oder würziges Parfüm sein. Sprechen wir jedoch über balsamische Düfte, geht es um in erster Linie um wichtige Duftnoten, die dem Duft einen cremigen Charakter verleihen. Sie vermitteln Geborgenheit und wirken wie eine sanfte, beschützende Umarmung.
Hauptsächlich sind es Duftnoten wie bestimmte Harz sowie das wundervolle Sandelholz, die ein Parfum balsamisch machen. Häufig werden diese Noten in der Basisnote eingesetzt, um insbesondere den Ausklang des Dufts in positiver Erinnerung zu bewahren. Aber auch in der Herznote können die Harze, Balsame und Hölzer schon auf den balsamischen Basisakkord vorbereiten.
Balsamische Noten: Das Geheimnis hinter Tiefe und Geborgenheit
Vielleicht haben Sie schon einmal unbewusst eine ganz tiefe Wärme empfunden, wenn Sie ein Parfum aufgelegt haben. Immer wieder haben Sie mit der Nase an Ihrem Handgelenk geschnuppert und das hat sich angefühlt, als würde Sie jemand umarmen und Ihnen Schutz geben. Dann sind Sie einem balsamischen Duft begegnet.
Das Geheimnis liegt in den balsamischen Noten. Diese sind das Fundament für sinnliche, langanhaltende Kompositionen und verleihen einem Parfum die charakteristische weiche und cremige Textur. Suchen Sie gezielt nach einem neuen Parfum, das genau diese Eigenschaften hat, sind das die wichtigsten balsamischen Duftnoten.
Benzoe – Die goldene Wärme der „erwachsenen“ Vanille
Benzoe ist einer der beliebtesten Vertreter der balsamischen Familie. Gewonnen aus dem Harz des Styrax-Baumes, besticht es durch ein Aroma, das an eine Mischung aus süßer Vanille, cremigem Karamell und einem Hauch von Mandeln erinnert. Das Besondere: Benzoe wirkt im Parfum wie ein natürlicher Fixateur. Es hält die flüchtigen Kopfnoten fest und sorgt dafür, dass das Parfum mit Benzoe auch nach vielen Stunden noch präsent bleibt.
- Montale Vanilla Extasy
- Maison Francis Kurkdjian Grand Soir (2016)
- Diptyque Benjoin Bohème (2015)

Myrrhe – Mystik und erdige Eleganz
Myrrhe bringt eine ganz andere Facette in die Welt der balsamischen Düfte. Ihr Duftprofil ist weniger süß als das der Benzoe, dafür aber würziger, leicht rauchig und angenehm erdig. In der Parfümerie wird Myrrhe geschätzt, um Düften eine geheimnisvolle Tiefe zu verleihen. Sie verleiht einer Komposition Struktur und eine cremige Harzigkeit, die besonders in Kombination mit warmen Gewürzen perfekt abgerundet wird.
- Jo Malone Myrrh & Tonka (2016)
- Serge Lutens La Myrrhe (1995)
- Armani Privé Myrrhe Impériale (2013)

Labdanum – Die ledrige Seele des Ambers
Labdanum ist ein klebriges Harz, das aus der Zistrose gewonnen wird und das Herzstück vieler klassischer Amber-Akkorde bildet. Sein Duft ist intensiv, warm, tief-balsamisch und besitzt eine markante, ledrige Unternote. Labdanum wird oft verwendet, um tierische Duftstoffe auf pflanzliche Weise nachzubilden. Wenn Sie ein Parfum tragen, das eine kraftvolle, sinnliche und fast schon animalische Wärme ausstrahlt, ist mit großer Wahrscheinlichkeit Labdanum im Spiel. Es ist die perfekte Note für charakterstarke Auftritte am Abend.
- Le Labo Labdanum 18 (2006)
- Chanel Le Lion (2020)
- Tom Ford Sahara Noir (2013)

Das (alte) Foto zeigt das klebrige Labdanum Harz in einem Zip-Beutelchen. Wir verwende es zum Räuchern. Dabei ist eine ganz geringe Dosierung zu empfehlen, um dem balsamischen Harz seinen wundervollen Duft zu entlocken. Vor dem Räuchern legt man Labdanum am besten in den Kühlschrank. Es wird fest und lässt sich dann in kleinsten Stückchen abbrechen und zur Räuchermischung hinzugeben.
Weihrauch – Rauchige Tiefe
Weihrauch ist wohl der bekannteste Vertreter der Harze und wird seit Jahrtausenden für zeremonielle Zwecke genutzt. In modernen Parfums sorgt er für eine frische, rauchige Note. Weihrauch wirkt oft sehr rein und klar, kann aber in Verbindung mit balsamischer Süße auch eine wohlige, warme Komplexität entwickeln.
- Comme des Garçons Series 3 Incense: Avignon (2002)
- Byredo Super Cedar (2016)
- Amouage Epic Woman (2009)
Perubalsam & Tolubalsam: Die sanften Exoten der Duftwelt
Wenn es um eine besonders weiche, fast schon cremige Süße geht, sind Perubalsam und Tolubalsam die unangefochtenen Stars. Beide stammen aus dem Harz mittelamerikanischer Myroxylon-Bäume, bringen aber jeweils ihren ganz eigenen Charakter in eine Duftkomposition ein. Diese Balsame in Parfum sind hochgeschätzt, da sie Düften eine enorme Substanz verleihen und die Basisnoten harmonisch miteinander verschmelzen lassen.
Perubalsam – Würzig-süße Tiefe mit Zimt-Nuancen
Perubalsam bewegt sich olfaktorisch zwischen dunkler Vanille und feiner Zimtwürze, begleitet von einer leicht rauchigen Note. In der Parfumbasis sorgt Perubalsam als Fixateur für lange Haltbarkeit.
- Chloé Eau de Parfum Lumineuse (2023)
- Guerlain Shalimar (1925)
- Rania J. Ambre Loup
Tolubalsam – Florale Süße und samtiger Komfort
Im Vergleich zum Perubalsam wirkt Tolubalsam deutlich floraler und weicher. Er erinnert an frisch geschnittenes Heu und besitzt eine warme, zimtige Süße, die umhüllend wirkt. Tolubalsam wird häufig in Ambery-Düften eingesetzt, um eine samtige Brücke zwischen den Herznoten und der Basis zu schlagen.
- Ormonde Jayne Tolu (2002)
- Tom Ford Sahara Noir (2013)
- Estée Lauder Youth-Dew (1953)
Balsamische Hölzer: Wenn Holz auf Harz trifft
Neben den Harzen gibt es auch Hölzer, die für ihren balsamischen Duft bekannt sind. Sie duften nicht nach frisch gesägtem Baumholz, sondern verströmen einen samtig-weichen, cremigen Duft.
Sandelholz – Das balsamische Edelholz
Allen voran ist Sandelholz zu nennen. Das Edelholz ist der Inbegriff eines balsamischen Holzes. Seine Duftsignatur ist einzigartig: süß, milchig, samtig. Es verströmt Ruhe und wirkt sich positiv auf das Gemüt aus. Obwohl die Auswahl an Sandelholz Parfum riesig ist, wird es immer schwerer, gute balsamische Düfte mit hochwertiger Sandelholz-Note zu finden. Das Edelholz fiel jahrzehntelangem Raubbau zum Opfer, so dass der Rohstoff extrem knapp und von umfangreichen Exportverboten behaftet ist. Der natürliche Bestand ist nahezu vernichtet. Damit das Edelgehölz seinen einzigartigen Duft entwickeln kann, muss der Sandelholzbaum 40, noch besser 50 Jahre heranwachsen dürfen. Natürliches Sandelholz kommt kaum noch vor und wird in der Parfümindustrie durch minderwertiges Holz bzw. durch synthetische Duftstoffe ersetzt.
Guajakholz – Rauchige Süße und mystische Tiefe
Ein weiteres balsamisch duftendes Holz ist das Guajakholz. Es vereint dezente Rauchigkeit mit einer honigartigen Süße und floralen Nuancen, die an Veilchen erinnern. Dieses Duftholz ist intensiver als Sandelholz und verleiht einem Parfum mehr Tiefe.

Amyris – Die leuchtende Wärme des „Candlewood“
Amyris wird auch als Westindische Sandelholz bezeichnet, da sein Holz so reich an ätherischen Ölen ist, dass es sogar im frischen Zustand brennt. Der Duft ist balsamisch, leicht pfeffrig und besitzt eine sonnige, holzige Süße – leider aber nicht mit dem echten Sandelholz zu vergleichen.







